Glossar
Mietrecht

Desahucio

Das spanische Räumungsverfahren gegen Mieter oder Besetzer — gerichtlich zwingend, in der Dauer schwer kalkulierbar und in den letzten Jahren mehrfach durch Schutzregeln verschärft.

Der Desahucio ist das gerichtliche Räumungsverfahren — der Weg, über den ein Eigentümer die Immobilie von einem nicht zahlenden Mieter oder von Besetzern (Okupas) zurückerhält. Der wichtigste Satz vorweg: Es gibt keinen legalen Weg daran vorbei. Eigenmächtige Räumung, Schlossaustausch oder Abstellen der Versorgung sind keine Selbsthilfe, sondern können den Eigentümer selbst strafbar machen — und das Verfahren zusätzlich belasten.

Das Verfahren selbst ist formal zügig angelegt, in der Praxis aber schwer kalkulierbar: Die Dauer hängt von der Auslastung des zuständigen Gerichts ab, und der Gesetzgeber hat den Räumungsschutz für wirtschaftlich schutzbedürftige Bewohner in den letzten Jahren mehrfach ausgebaut und verändert. Ob und wie schnell geräumt werden kann, ist deshalb immer eine Frage des Einzelfalls und der aktuellen Rechtslage — pauschale Zeitangaben aus dem Internet sind hier wertlos.

Für Eigentümer heißt das: Prävention schlägt Prozess. Sorgfältige Mieterauswahl, ein sauberer Vertrag und schnelles, formal korrektes Reagieren beim ersten Zahlungsverzug beeinflussen die Dauer des Verfahrens stärker als alles, was sich später noch tun lässt.